Hundertwasser bis Zentralfriedhof

Ausgangspunkt unserer Erkundung ist die U-Bahn-Station „Schwedenplatz" (U l & U4). Links neben uns fließt der Donaukanal.Die Promenaden des Donaukanals an der Altstadt verwandeln sich im Sommer zu urbanen Stränden mit Bars, Cafés und Restaurants, Liegen und einer Bademöglichkeit.

Für Letztere sorgt das Badeschiff (76 Meter lang und 11 Meter breit), von dem man eine völlig andere Sicht auf die Stadt bekommt.Wir gehen den „Franz-Josefs-Kai" entlang und kommen zum Anfang der Wiener Ringstraße. Schräg rechts sehen wir das ehemalige habsburgische Kriegsministerium. In diesem sind jetzt mehrere, dafür aber unkriegerische Ministerien untergebracht. Die Köpfe an der Fassade des Gebäudes sind Abbildungen der diversen Truppengattungen der alten k. u. k. Armee. Das Denkmal vor dem Gebäude ist der Erinnerung an Feldmarschall Radetzky gewidmet. Vermutlich ist Ihnen der „Radetzkymarsch" von Johann Strauß, dem Vater des Walzerkönigs, bekannt.Nun überqueren wir über eine Brücke die „Wien", einst ein gefürchteter Wildbach und sind im 3. Wiener Bezirk. Wir gehen gerade weiter, überqueren den „Radetzkyplatz" und folgen einige Schritte in der Löwengasse den Geleisen der Straßenbahnlinie „1" und erreichen das

Kunsthaus Wien und das Hundertwasserhaus

Friedrich Stowasser, international besser bekannt als „Friedensreich Hundertwasser" (1927 - 1999) hat hier eine Kultur- und Kunststätte geschaffen, die vielfältigste Möglichkeiten bietet. Die Ausstellungen und andere Events und Shops im Kunsthaus bieten das ganze Jahr hindurch für jeden Geschmack das Passende. Beachten Sie besonders die ungewöhnliche Fassadengestaltung an der Außenseite. Sie ist signifikant für den Stil des Künstlers, der als auch Maler weltweite Anerkennung gefunden hat.Nach der Visite im Kunsthaus gehen wir zurück in die Löwengasse und erreichen die wahrscheinlich kreativste Wohnanlage Europas, das Hundertwasserhaus. Hier sollten Sie sich Zeit nehmen und neben den vielen ungewöhnlichen Details (Platzgestaltung, Brunnen etc.) dieses Wohnhaus - es ist wirklich eines - in seiner Gesamtheit erleben.Im ganzen Haus gibt es etwa keinen einzigen eckigen Wohnraum und die Wiese am Dach bietet auch Platz für Schafe und Gemüseanbau. Ein „Wohnhaus für menschliche Menschen" - diesen Traum hat sich Friedensreich Hundertwasser mit Hilfe der Wiener Stadtverwaltung hier verwirklicht.Entlang den Geleisen passieren wir die Rotundenbrücke und erreichen über die Hauptallee den

Wiener Prater

Das ehemals kaiserliche Jagdgebiet im Donau-Auwald wurde 1766 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und beherbergt seit damals den ältesten Vergnügungspark der Welt. Der Eintritt in den Prater ist frei und das Areal des Praters ist 24 Stunden zugänglich. Geöffnet sind die meisten Betriebe von Anfang März bis Ende Oktober – von morgens bis Mitternacht. Berühmt ist das Vergnügungsviertel auch für seine gemütlichen Gasthäuser in denen Sie - meistens auch zu Livemusik - traditionelle Wiener Spezialitäten genießen können. Groß gefeiert wird im Prater beim traditionellen Praterfest (immer im August) der zu Umzügen, Musikshows, Kinderanimation und einem atemberaubenden Riesenfeuerwerk lädt. Bei Madame Tussaud etwa können Sie eine Zeitreise durch die Geschichte Österreichs und Europas unternehmen.Wer beim Spaß noch dazu sparen will, bedient sich der Pratercard. So wird ihr Besuch im Prater flexibler und man bekommt an vielen Attraktionen Ermäßigung auf den Fahrpreis.Bekanntestes Symbol im Prater ist das Riesenrad. Die Geschichte des Wiener Riesenrads ist eine lange und bewegte. James Bond war ebenso Fahrgast in einem der eleganten Waggons des - an seinem höchsten Punkt fast 65 Meter hohen - Rades wie tausende Besucher aus dem In- und Ausland. Wer einmal den Ausblick aus dem Riesenrad genossen hat, der weiß auch genau warum eine Fahrt mit dem Riesenrad ein fixer Bestandteil jedes Wienbesuchs sein muss. Aber auch für besondere Anlässe ist das Riesenrad optimal geeignet. Den Fahrgästen stehen 2 Luxuswaggons sowie 4 Extrawaggons zur exklusiven Miete zur Verfügung.Eine Fahrt mit der Liliputbahn hingegen bedeutet 20 Minuten Unterhaltung und auch technische Faszination. Lokomotiven, jede für sich ein Unikat, ziehen die luftigen, offenen Waggons durch das Ambiente des Wiener Wurstelpraters und weiter durch den auch im Sommer erfrischend kühlen Auwald. Ein besonderes Erlebnis für jung und alt ist eine Fahrt mit den historischen Dampflokomotiven. Die Einsteigstelle ist gleich beim Riesenrad.Drei Minuten entfernt vom Riesenrad ist der Praterstern, ein Verkehrsknotenpunkt mit der U-Bahnstation Wien Nord. Das imposante Denkmal gilt dem bedeutendsten Seemann Österreichs, Wilhelm Freiherr von Tegetthoff. Von da aus bieten wir Ihnen jetzt zwei Möglichkeiten: entweder Sie fahren zwei Stationen und sind schon wieder am Schwedenplatz, dem Ausgangspunkt unseres Ausflugs angelangt, oder Sie fahren eine Station weiter (Stephansplatz), steigen da in die Linie U3 (> Simmering) und fahren bis zur Endstation. In unmittelbarer Nähe ist der größte Friedhof Wiens, der

Zentralfriedhof

mit den Ehrengräbern großer Komponisten, Schauspieler und Politiker. Die Ehrengräber stehen unter der Obhut der Stadt Wien. Prunkvolle Beisetzungen wurden ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu "öffentlichen Ereignissen". Der Wiener Zentralfriedhof besteht aus einem interkonfessionellen Teil und aus mehreren konfessionellen Abteilungen, unter anderem einem jüdischen, orthodoxen, islamischen und buddhistischen Bereich. Als „Aphrodisiakum für Nekrophile" hat ein Wiener Künstler einmal den Zentralfriedhof bezeichnet. Hierher macht man auch einen Familienausflug, spaziert entlang der schönen Alleen und besichtigt die vielen Ehrengräber. Am Zentralfriedhof ruhen große Persönlichkeiten:Politiker und Künstler wie Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Johann Strauß Vater und Sohn, Politiker wie Bruno Kreisky und sämtliche österreichischen Präsidenten seit 1951. Typisch wienerisch am Zentralfriedhof ist auch, dass der Kunstgenuss nicht zu kurz kommt. Architekturinteressierte finden beim Hauptportal ein echtes Jugendstiljuwel. Die 1911 eingeweihte Kirche „Zum Heiligen Karl Borromäus" des Otto-Wagner-Schülers Max Hegele besticht durch ihr wuchtiges Äußeres und ihr wunderschönes Interieur: aufwändig gestaltete Fliesenböden, Wandmalereien und ein Kuppelmosaik mit einem goldenen Strahlenkranz samt 999 Sternen auf blauem Grund. Ein Ausflug auf den Zentralfriedhof lohnt sich also immer. Vielleicht singen gerade Chorsänger der Staatsoper bei einem Begräbnis oder es musizieren ein paar Philharmoniker am offenen Grab.

St. Marxer Friedhof mit dem (falschen!) Mozartgrab

Danach dürfen Sie auch Mozarts Grab am St.Marxer-Friedhof nicht versäumen. Sankt Marx ist ein Teil des 3. Bezirks Landstraße. Hier befand sich ab dem 13. Jahrhundert ein Krankenhaus, dessen dem heiligen Markus geweihte Kapelle später für die Gegend namensgebend war. Der dort noch erhaltene Biedermeierfriedhof ist weltweit einzigartig. Berühmt wurde er durch das legendäre „Armenbegräbnis" Mozarts. Tatsächlich wurde Mozart nach der damals geltenden „Josephinischen Begräbnisordnung" (eine Verordnung Kaiser Josephs II.) in einem „Schachtgrab", gemeinsam mit vier bis fünf weiteren Toten, ohne Grabkreuz oder Verabschiedung am Grab beigesetzt. Mozart starb 1791 und lange Jahre war das Grab so gut wie unbekannt, erst 1855 wurde seine Lage "mit größter Wahrscheinlichkeit" festgestellt. Das gegenwärtige Aussehen verdankt das Mozart-Grabmal dem Bildhauer Florian Joseph-Drouot, der es 1950 restaurierte. Der St. Marxer Friedhof stellt eine eigenartige Verbindung von Friedhof, Gedenkstätte, Kulturdenkmal und Parkanlage dar. Als besonders erlebenswert gilt hier die Fliederblüte im April oder Mai: Auf keinem Platz in Wien blüht so viel Flieder auf engem Raum! Mit den U-Bahnlinien U3 + U1 kommen Sie dann problemlos wieder zum Schwedenplatz.

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